• Werkzeug zum Bau von Kompressorkühlungen und Kälteanlagen

    Neben dem Grundwissen benötigt man für den Einstieg in die Kältetechnik und den Bau von Kompressorkühlungen auch eine Menge Werkzeuge und sonstige Ausrüstung neben den eigentlichen Bauteilen der Anlage.
    Es ist zu empfehlen, als erstes die Artikel zur Begriffserklärung und zum allgemeinen Einstieg in Ruhe durchzulesen. Bei Fragen ist natürlich unser Forum für euch da. Dieser Werkzeug Artikel ist als Ergänzung zu den Bau- Artikeln gedacht und behandelt detailiert die Werkzeugauswahl.
    Wie so oft, gibt es fast unendlich viele Möglichkeiten und Variationen beim Werkzeug und es lassen sich unglaubliche Summen in Werkzeug stecken. Allerdings ist vor allem ein Punkt wichtig: welches Werkzeug wird wirklich gebraucht für das Arbeiten mit kältetechnischen Anlagen, was braucht man am Anfang unbedingt und welche Sachen sind nicht unbedingt erforderlich für den Einstieg.

    Dieser Artikel beschäftigt sich vor allem mit den nötigen Gerätschaften für den Bau von Kompressorkühlungen für Computer, Singlestages, Kaskaden und Chiller. Allerdings ist das meiste davon auch in der gewerblichen/ professionellen Kältetechnik im Einsatz.

    Um sowohl Einsteigern als auch schon ambitionierten Bastlern eine Übersicht zu geben, werden als erstes die Werkzeuge im Einzelnen behandelt, danach gibt es Empfehlungen für einen Grundeinstieg in die Welt der Kältetechnik für einen möglichst kleinen Preis. Hier muss allerdings auch klar gesagt werden dass man schon einen gewissen Betrag investieren muss damit man vernünftig arbeiten kann.

    Was vorausgesetzt wird bzw. in diesem Artikel nicht weiter beachtet wird sind grundsätzliche Werkstatt Ausstattungen wie Schraubendreher, Zangen, Akkuschrauber, Hammer, usw. eben was eine normale Werkstatt so beinhaltet. Alles weitere was man für Kompressorkühlungen braucht wollen wir hier behandeln.

    Disclaimer: Dieser Artikel hat nicht den Anspruch, auf alle Details einzugehen oder fachlich 100% richtig zu sein. Die einschlägigen Sicherheitsvorschriften wie BG Vorschriften, UVV sind zu beachten. Ebenso die geltenden Gesetze im Umgang mit den Entsprechenden Werkzeugen/ Betriebsstoffen und Komponenten.

    Zu den Bezugsquellen von Werkzeugen und sonstigen Ausrüstungen wird ebenfalls am Ende eingegangen, ein meist guter Anlaufpunkt für Werkzeug sind diverse Online Shops, Fachgeschäfte/ Werkzeughandel und eBay. Auch kann ein Besuch bei einem lokalen Kältebetrieb nicht schaden, da man dann nicht ständig wegen jedem Kleinteil bestellen muss, allerdings sollte man da nicht mit der Tür ins Haus fallen und am besten ein wenig zum Vorhaben erzählen dann helfen diese Fachmänner auch oft gerne.

    Kommen wir nun also zu den einzelnen Werkzeugen:


    Monteurhilfe oder Manometerbatterie


    Ein unerlässliches Werkzeug für Kältetechnik. Ohne Monteurhilfe (MH) lässt sich eine Anlage nicht befüllen und abstimmen! Eine Monteurhilfe wird benötigt, um Drücke in der Kälteanlage ablesen zu können, über mehrere Ventile der Monteurhilfe wird die Anlage abgedrückt, evakuiert und befüllt.
    Eine Monteurhilfe hat im Normalfall 2 Manometer, also Druckanzeigen. Dabei ist die linke Anzeige (blau) für die Niederdruckseite gedacht und die rechte (rot) für die Hochdruckseite. Die Manometer haben neben der unterschiedlichen Farbe auch unterschiedliche Druckbereiche.

    An die Schraubanschlüsse (Schrader bzw. 1/4" SAE Gewinde) der Monteurhilfe kommen die Füllschläuche mit der geraden Anschlussseite (ohne Schraderventildrücker), die andere Seite der Schläuche (abgewinkelt) dient zum verbinden der Anlage. Diese haben einen Drücker- Stift eingebaut, der beim festdrehen auf dem Schraderventil dieses öffnet und so den Kreislauf zugänglich macht.

    Bei Monterhilfen gibt es mehrere Varianten, sogenannte 2 Wege und 4 Wege Monteurhilfen (und noch einige Sonderausführungen). Der Unterschied bei 4 Wege Monterhilfen ist, dass diese in der Mitte noch 2 zusätzliche Ventile haben, eines für die Vakuumpumpe und eines für die Kältemittelflasche. Wer eine 2 Wege Monterhilfe hat, kann immer nur eines davon anschließen sodass man beim befüllen immer wechseln muss. Da das Handling mit einer 4 Wege Monteurhilfe um einiges angenehmer und sauberer ist, empfehle ich auch für den Einstieg ein 4 Wege Modell. Manometer mit Glyzerinfüllung dämpfen Schwingungen durch Verdichter, bei den kleinen Verdichtern ist dies allerdings nicht unbedingt nötig.

    Auch bei den Manometern gibt es Unterschiede, das beste was man bekommt sind gedämpfte Metallbalgmanometer der Klasse 1, diese haben allerdings auch ihren Preis. Manometer mit Metallfeder sind auch voll ausreichend, dürfen aber keinesfalls überbeansprucht werden, also darf am Niederdruckanschluss nie mehr als 10bar anliegen, wer hier unaufmerksam ist, kann so ein Manometer beim abdrücken leicht beschädigen!


    Bilder: 4- Wege Monteurhilfe, 1/4" SAE Füllschläuche und 3/8" SAE Vakuum Füllschlauch

    Ein nützliches Werkzeug sind neben ausreichend langen Füllschläuchen entsprechender Anzahl kleine Absperrhähne für die Schläuche sowie Schnellkoppler, diese ermöglichen ein entfernen des Hochdruckschlauchs von der Anlage, ohne dass das flüssige Kältemittel austritt (Verbrennungsgefahr).

    Bild: Schraderwerkzeug zum wechseln von Ventilkernen unter Druck, Schnellkoppler und Absperrhähne

    Zum Umgang mit der Monteurhilfe, noch einige Tipps:

    Man verbindet Hoch- und Niederdruckseite der fertigen Anlage über die eingelöteten Schraderventile mit den Füllschläuchen mit der Monteurhilfe. Jetzt muss als erstes geprüft werden, ob die Anlage dicht ist. Dazu lässt man über einen Anschluss der MH das Abdrückgas (technischer Stickstoff aus der Flasche) in die Anlage strömen (bei 4 Wege MH: der schwarze Kältemittel- Anschluss mit Absperrhahn, bei 2 Wege MH der mittlere Anschluss), 10-20bar sollten es sein, was aber von der Anlage abhängt! Jetzt werden alle Ventile geschlossen und nochmal kontrolliert ob alle Schläuche richtig festgezogen sind. Den Stand der Manometer markiert man mit Klebeband und lässt die Anlage nun bei möglichst konstanter Temperatur stehen, am besten > 24h. Danach werden die Manometer kontrolliert. Sollte kein nennenswerter Druckabfall vorhanden sein (geringe Schwankungen sind aufgrund der Temperaturänderung möglich), so ist die Anlage dicht. Achtung! Manche Monteurhilfen sind nicht 100% dicht. Deswegen kann es manchmal empfehlenswert sein, ein extra Manometer mit entsprechendem Messbereich das direkt einen ¼“ SAE Anschluss hat zur Druckkontrolle beim Abdrücken zu verwenden.

    Ist die Anlage nun also dicht, lässt man das Gas wieder komplett ab, bis Umgebungsdruck in der Anlage herrscht. Über den Vakuumanschluss (3/8“ SAE über passenden Füllschlauch bei 4Wege MH) bzw. den mittleren Anschluss bei 2 Wege MH schließt man nun die Vakuumpumpe an und evakuiert die Anlage (Richtwert bei neuen Singlestages: 2h, je nach Pumpe). Bei 4 Wege MH kann zusätzlich noch der am Kältemittelanschluss angeschlossene Füllschlauch bis zur KM Flasche evakuiert werden. Anschließend wird das Vakuumventil an der MH geschlossen und die Vakuumpumpe entfernt. Jetzt öffnet man das Ventil an der Kältemittelflasche und füllt die Anlage als erstes auf einen statischen Druck. Besitzt man eine 2 Wege MH, muss anders vorgegangen werden: Nach dem Evakuieren über den mittleren Anschluss werden Hoch- und Niederdruckventil geschlossen. Die Vakuumpumpe wird entfernt und die Kältemittelflasche angeschlossen und das Ventil geöffnet. Jetzt schraubt man für einen sehr kurzen Moment den Füllschlauch an der Monteurhilfe ab, bis ein wenig Kältemittel entweicht um die Luft aus dem Schlauch zu entfernen. Dann können Hoch- und Niederdruckventil geöffnet werden.

    Beim Umgang mit der MH sollte noch darauf geachtet werden, dass bei Anlagen, die auf der der Niederdruckseite im Vakuum laufen der Füllschlauch nicht entfernt werden darf, da sonst Luft in das System gelangt. Schläuche am besten immer bei stehender Anlage entfernen. Auch der Hochdruckschlauch sollte bei stehender Anlage entfernt werden, da die Drucke dann geringer sind und keine so große Gefahr durch austretendes flüssiges Kältemittel besteht.


    Bild: Eine Monteurhilfe mit allen benötigten Schläuchen


    Vakuumpumpe

    Ein weiteres essentielles Werkzeug für Kältetechnik ist eine Vakuumpumpe. Diese dient dazu den Kreislauf von Luft, Feuchtigkeit und Fremdgasen zu befreien indem ein Vakuum gezogen wird. Dabei sollte ein Druck von 0,1mbar erreicht werden. Weitere Details liefert unser Vakuum- Guide.
    Vakuumpumpen gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Modelle für die Kältetechnik besitzen bereits die richtigen Anschlüsse, 3/8“ SAE für den Vakuumschlauch, bei kleineren Pumpen auch 1/4" SAE. Einsteiger Modelle aus dem Internet sind bereits günstig zu haben und für Einsteiger durchaus zu gebrauchen. Allerdings ist für den häufigeren Gebrauch eine vernünftige Vakuumpumpe zu empfehlen.

    Richtige Profigeräte gehen bis in den 4 stelligen Bereich, können aber von Zeit zu Zeit auch günstig gebraucht erworben werden, aber eine Messung des Vakuums ist bei Gebrauchtgeräten unbedingt nötig.
    Außerdem gibt es noch Industriepumpen, die ebenfalls brauchbare Unterdrücke erzeugen. Neu übersteigen diese das Budget bei weitem, oftmals kann allerdings im Gebrauchtmarkt ein Schnäppchen gemacht werden. Der Nachteil: Es muss ein passender Adapter auf Kältegewinde angefertigt werden und das erreichte Vakuum (durch Alter, Verschleiß) ist zum Teil ungewiss. Wer also keine Möglichkeit zum Messen hat, und nicht basteln will, sollte hier nicht zuschlagen.


    Bild: Eine Vacuubrand Industrievakuumpumpe mit fertigem 3/8" SAE Adapter

    Vor allem in den Anfängen der Kompressorkühlungs- Bastler wurden normale Kältekompressoren als Vakuumpumpe „missbraucht“, dies ist allerdings kaum zufriedenstellend und kann hier nicht empfohlen werden. Eine ordentliche Vakuumpumpe erspart viel Ärger und bietet eine gewisse Sicherheit gegen dadurch verursachte Funktionsstörungen der Anlage.

    Neben einer guten Vakuumpumpe ist auch die Anschaffung eines Vakuum- Messgerätes, das den erreichten Enddruck in der Anlage misst, hilfreich.

    Bild: Ein Elektronisches Vakuummessgerät "Supco VG-64"



    Thermometer

    Natürlich sehr wichtig bei Kompressorkühlungen ist ein Thermometer mit ausreichenden Messbereichen und Genauigkeit. Denn nur so können wir die erreichten Temperaturen der Anlage überhaupt erfassen und die Kälteanlage genau abstimmen.
    Vor allem die K-Type Fühler und- Messgeräte haben sich beim mobilen Einsatz bewährt, Messgeräte von Voltcraft, Fluke usw. sind hier zu empfehlen.
    Auf jeden Fall sollte der Messbereich bis unter -50°C reichen, und 2 Kanäle sind auch von Vorteil da man mehrere Messtellen überwachen kann. Bei den Fühlern sind einfache Drahtfühler zu empfehlen, die relativ günstig sind.
    Am Verdampfer werden häufig auch PT100- Fühler angebracht, die dann von Einbau- Messgeräten ausgelesen werden können.



    Bild: Ein Voltcraft K204 Messgerät mit K Typ Sensor

    Gas zum Abdrücken, Lecksuche

    Da ein Kältekreislauf ein komplett geschlossenes System ist, muss sichergestellt werden dass der Kreislauf dicht ist bevor dieser mit Kältemittel gefüllt wird. Ist eine Undichte vorhanden, verliert die Anlage das Kältemittel und erreicht keine Leistung mehr. Außerdem wird der Verdichter beschädigt da Feuchtigkeit das Schmieröl zerstört.
    Zum Abdrücken eignen sich alle trockenen, nicht- brennbaren und nicht- reaktiven Flaschengase, hauptsächlich wird dafür technischer Stickstoff (2.5 oder 4.0) verwendet. Es eignen sich aber auch CO2 und Argon sowie Helium usw. die letzteren scheiden aber aufgrund des Preises meist aus.
    Die Anschaffung einer Stickstoff- Druckflasche inkl. einem Druckminderer bis 20bar ist daher am optimalsten für Kältetechnik Anlagen, aber auch schon mit CO2 und einem einfachen Druckminderer, die meist 10bar schaffen, kann man Anlagen abdrücken. Besonders für Einsteiger ist dies interessant, da man mit CO2 auch interessante Gehversuche in Richtung 2 stufige Anlagen machen kann.

    Zum Abdrücken wird der Kreislauf nach Abschluss der Lötarbeiten zuerst mit ein wenig Gas gefüllt, ist kein Gasaustritt zu hören kann man nun bis auf 10bar auffüllen. Dann wird der Druck an den Manometern der MH markiert und die Anlage wird für einige Stunden (mind. 24h) so belassen.
    Ist der Druck konstant, kann evakuiert und befüllt werden nachdem das Abdrückgas wieder abgelassen wurde.

    Wenn nicht, sollte mit Lecksuchmittel oder einem Seifenwasser/ Spülmittel/ Wassergemisch auf Lecksuche gegangen werden. Undichte Stellen werden durch Blasenbildung des aufgepinselten Gemischs angezeigt. Es kann bei kleinen Lecks auch eine Zeit dauern, bis die Blasen sichtbar werden.
    Hat man eine Leck Stelle gefunden, muss zuerst das Abdrück Gas abgelassen werden, bevor mit dem Löten begonnen wird!
    Es gibt auch elektronische Lecksucher, die allerdings einen recht hohen Preis haben. Sie erkennen die flourierten Kältemittel die an einer Leck Stelle austreten mittels einem Sensor. Da dazu aber die Anlage erst befüllt werden muss, sind sie nur geeignet zu einer zweiten Lecksuche nach Abschluss des Abdrückens.


    Bild: Stickstoff zum abdrücken der Anlage


    Lötausrüstung

    Sicher eines der wichtigsten Werkzeuge für Kältetechnik ist eine gute Lötgarnitur, da nahezu alle Verbindungen gelötet werden müssen. Aufgrund der vorkommenden Drücke bis zu 30bar und der Temperaturdifferenzen in einer Kälteanlage darf nur hartgelötet werden.
    Dabei werden Lote verwendet, die ihren Schmelzpunkt über 450°C haben. Dazu gehören das überwiegend für Kupfer Verbindungen verwendete Phosphor- Hartlot und silberhaltiges Hartlot für Verbindungen mit Stahl, Edelstahl und Messing. Beim letzteren wird außerdem Flussmittel benötigt.
    Zum hartlöten wird ein entsprechender Lötbrenner benötigt der Temperaturen von ca. 1000°C erreichen kann. Dabei gibt es sehr viele Varianten von sehr günstig bis sehr teuer.

    Grundsätzlich gibt es zwei Klassen:
    - Brenner, die mit Luftsauerstoff funktionieren, also nur ein Brenngas in der Kartusche zugeführt bekommen
    - Brenner die zusätzlich zum Brenngas mit reinem Sauerstoff versorgt werden und somit auch mehr Leistung erreichen.

    Günstig zu bekommen sind Brenner die mit einem Gas oder Gasgemisch, wie Propan, Propan/ Butan oder MAPP funktionieren. Es lassen sich auch größere Rohre damit löten, allerdings ist etwas Geduld gefragt da das Aufheizen der Löststelle doch eine Weile braucht, und es kann aufgrund der recht großen Flamme nicht so präzise gearbeitet werden. Außerdem muss beachtet werden, dass bei kleinen Kartuschen hohe Kosten für Nachschub anfallen.

    Für den Einstieg lässt sich damit sehr günstig arbeiten, doch schnell wird man an den Grenzen sein und sich etwas leistungsstärkeres wünschen, weswegen ich einen Luftsauerstoff- Brenner nur empfehle, wenn mit minimalem Budget ausgekommen werden muss.
    Schon im mittleren 3 stelligen Bereich liegen Brennerausrüstungen, die mit einem Brenngas z.B. Propan oder Acetylen und Sauerstoff funktionieren. Die Einsteiger Modelle verwenden auch hier Einwegkartuschen, allerdings sind die Mehrkosten zu einem System mit normalen Gasflaschen die im Gashandel getauscht werden können schnell bezahlt. Deswegen empfehle ich jedem, der sich ernsthaft mit Kältetechnik beschäftigen will, die Anschaffung eines Brennersystems mit normalen, tauschbaren Gasflaschen.


    Zu einer solchen Ausrüstung gehören:

    -Brenngasflasche:
    Propangas, Vorteil: günstige Flaschenpreise, leicht zu bekommen z.B. im Baumarkt in 5 und 11kg Flaschen
    Acetylen, Vorteil: noch höhere Leistung als Propan, allerdings recht teurere Flasche und Gaskosten
    -Sauerstofflasche mit technischem Sauerstoff


    Bild: Propan als Brenngas


    Bild: Sauerstoff zum löten

    Flaschengrößen:
    Es gibt Flaschen mit 10l, 20l und 50l Flaschenvolumen, sowie in 200 und 300bar Ausführung wobei sich das letztere System noch nicht durchgesetzt hat.
    Zu beachten ist dass die Füllpreise für 50l Flaschen am günstigsten pro Liter Gas sind, allerdings sind solche Flaschen groß, schwer und teuer. Auch mit 10l Flaschen kann man schon sehr lange auskommen! Der Mittelweg sind sicher die 20L Flaschen, diese bieten schon recht günstige Literpreise, sind aber trotzdem noch relativ handlich.

    Achtung: Die Sicherheitsvorschriften beim Umgang mit Gasflaschen sind zu beachten! Die Gase sind zum Teil brennbar und explosiv.

    Schläuche:
    Zu empfehlen sind mind. 5 Meter „Doppelschlauch“, damit man Bewegungsspielraum hat für das Arbeiten. Am besten sind Schläuche mit kleinem Durchmesser, da diese flexibler sind.

    Druckminderer:
    Werden unbedingt benötigt für die Hochdruckflaschen. Hier sollte nicht gespart werden, da Druckminderer sicherheitsrelevant sind, deswegen kauft man diese am besten neu.


    Bild: Ein Druckminderer


    Beachtet werden muss, dass es unterschiedliche Flaschengewinde gibt, nach Gas Art und Flaschendruck (200bar und 300bar) gibt.

    Brenner/ Griffstück:

    Für Kältetechnik für Anlagen im PC Bereich sind vorallem kleine, handliche Brenner im Vorteil. Es gibt komplett Sets von Messer Grießheim (Minitherm) oder Smith / Gentec (Little Torch, Quickbraze), allerdings haben diese Sets auch ihren Preis.

    Für einen günstigen Einstieg schafft man sich am besten einen normalen Schweißbrenner an. Normale, große Schweißbrenner decken mit wechselbaren Düsen einen weiten Einsatzbereich ab. Man muss allerdings beachten, dass die Griffstücke oft eher unhandlich sind und vorallem schwer sind, da muss jeder nach seinen Vorlieben aussuchen, auch der Gebrauchtmarkt (eBay) bietet hier viele Möglichkeiten. Man braucht eigentlich nur 2-3 Düsen im unteren Leistungsbereich z.B. 1-2mm und 2-4mm.


    Bild: Ein Smith Quickbraze Brenner mit verschiedenen Düsen für Kältetechnik



    Bild: Ein normaler Schweissbrenner mit brauchbarer Düse

    Lot , Flussmittel:

    Es werden zwei Arten Lote benötigt:

    Phosphor- Kupferhartlot, es besteht zu 94% aus Kupfer und wird für fast alle Verbindungen benötigt, die ausschließlich Kupferteile haben. Da dieses Lot preiswert ist, kann man sich hier mit einer Packung (1Kilo) versorgen.

    Silber- Hartlot, dieses Lot hat einen Silberanteil von 34-45%. Man benötigt es um Bauteile, die aus Edelstahl, Messung, Stahl usw. sind zu verlöten. Für die Verarbeitung ist Flussmittel nötig, das bei vielen Loten schon als Ummantelung integriert ist.
    Bedingt durch den Silberanteil, ist dieses Lot sehr teuer, wird aber auch nicht in größeren Mengen benötigt.


    Bild: oben Kupferhartlot, unten ummanteltes Silberhartlot 45%


    Rohrschneider

    Ein weiteres wichtiges Werkzeuge während dem Bau der Anlage. Der Rohrschneider dient dazu, Kupferrohre und andere Rohre spanfrei zu durchtrennen. Dabei werden ein Schneiderad und zwei Walzen verwendet die mit einem Spannfutter auf beliebige Rohrdurchmesser angepasst werden können. Durch Drehbewegung wird das Rohr schließlich durchtrennt, indem man den Schneider um das Rohr dreht.
    Rohrschneider gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, als sehr kleine handliche Teile und welche die bis zu sehr großen Durchmessern reichen.
    Zu empfehlen ist ein kompakter Schneider mit dem auch an engen Stellen gearbeitet werden kann, diese gehen meist bis 16mm. Außerdem sollte zusätzlich noch ein großer Rohrschneider vorhanden sein der bis in den Bereich 40mm reicht.


    Bild: verschiedene Rohrschneider

    Auch bei Rohrschneidern gibt es Qualitätsunterschiede und so ist ein Modell aus den Kältehandel oder von einer bekannteren Werkzeugmarke zu empfehlen, da die ganz günstigen aus dem Baumarkt oft nicht besonders lange halten und stumpf werden
    Insgesamt muss bei Werkzeug aus dem Baumarkt immer auf die gebotene Qualität geachtet werden, oftmals sind die Werkzeuge auch für das gebotene zu teuer und man bekommt schon bessere Qualität im Fachhandel bzw. Online.


    Rohrbiegegeräte

    Um die Kupferrohre in einer Anlage in die gewünschte Form zu bekommen, müssen diese gebogen werden. Alles ab 6mm lässt sich kaum noch sauber mit der Hand biegen, deswegen sind dazu Rohrbieger zu empfehlen, damit lassen sich dann auch Bögen sehr kleiner Radien genau herstellen und die Kälteanlage kann kompakter gebaut werden
    Es gibt unterschiedliche Varianten von Rohrbiegern, im wesentlichen sind es Rohrbiegezangen die mittels Hebelwirkung und vorgegebenen Formen das Rohr in die gewünschte Form bringen. Daneben gibt es noch Rohrbiegefedern, die aber kaum zu empfehlen sind, und hydraulische Rohrbieger, die für unsere Anwendung absolut überdimensioniert wären.

    Für den Einstieg ist eine Universalrohrbiegezange zu empfehlen die die Rohrdurchmesser 6, 8 und 10mm umfasst. Die gehobenere Ausstattung sind Rohrbieger für jeden Durchmesser extra, 6, 8, 10, 12 mm. Dabei sind dann meist die kleinst möglichen Biegeradien für den Durchmesser bei weichem Kupferrohr erreichbar. Allerdings kosten die Bieger pro Stück zwischen 20 und 50€ sodass sich das für den Anfang nicht unbedingt lohnt.

    Bilder: Rohrbieger für 6,8 und 10mm Rohre und Universalrohrbieger


    Abklemmzange und weitere Zangen

    Sie dient dazu Kupferrohre abzuklemmen damit kein Schmutz eindringt. Für das aufbewahren von Kupferrohren nur bedingt zu empfehlen, hier ist Klebeband wesentlich praktischer. Soll eine abgeklemmte Stelle auch wirklich gasdicht sein, muss diese verlötet werden! Eine Abklemmzange ist nicht unbedingt erforderlich für den Anfang, was aber in keiner Werkstatt fehlen darf ist eine Wasserpumpenzange z.B. auch zum halten von heissen Teilen.
    Was sehr zu empfehlen ist und die Funktion der Abklemmzange auch übernehmen kann ist der „Knipex Zangenschlüssel“. Wer noch keinen kompletten Gabelschlüsselsatz von 6- 36 sein Eigen nennt, sollte über die Anschaffung nachdenken, da er auch für Bördelmuttern usw. sehr praktisch ist.
    Für den Umgang mit Rotalockverschraubungen, die oft an größeren Verdichtern und Sammlern vorkommen, ist eine Kälteratsche nötig, mit der sich die Spindeln einfach festziehen und lösen lassen.


    Bilder: Zangenschlüssel, Wasserpumpenzange und Kälteratsche


    Bördelgerät

    Ein Bördelgerät dient dazu, Bördelverbindungen herzustellen die in der Kältetechnik an vielen Stellen eingesetzt werden: TEV, Schaugläser, Sammler, Verdichter, Filtertrockner, Absperrventile. Der Vorteil von Bördelverbindungen ist dass sie auch wieder gelöst werden können, wenn z.B. ein Filtertrockner gewechselt wird und trotzdem absolut dicht sind. Allerdings gibt es die allermeisten Bauteile auch in einer Lötausführung oder es kann mit fertigen Lötadaptern gearbeitet werden sodass die Anschaffung eines Bördelgeräts für den Einstieg noch nicht erforderlich ist.
    Wer allerdings öfters mit Kälteanlagen arbeitet sollte über die Anschaffung eines einfachen Bördelgeräts nachdenken.
    Auch bei Bördelgeräten gibt es unterschiedliche Preisklassen. Sehr günstig zu bekommen sind Bördelgeräte denen das Rohr in einem Spannblock gehalten wird und dann mittels konischer Spitze aufgeweitet wird. Allerdings muss bei diesen darauf geachtet werden dass das Rohr sauber und gerade abgeschnitten ist, damit der Bördel später auch dicht ist.
    Hochwertige Bördelgeräte bzw. „Bördelglocken“ gehen bis in den 4 stelligen Bereich, wenn man nicht gerade ein gebrauchtes ergattern kann. Sie weiten das Rohr mittels Rollen auf und erzeugen einen besseren Bördel der auf Anhieb dicht ist.
    Man kann allerdings auch schon mit günstigen Bördelgeräten und etwas Erfahrung ausreichende Ergebnisse erzielen die jeden, der nicht täglich damit arbeiten muss, zufrieden stellen sollten.
    Bei Bördelverschraubungen sollte auf das Gewinde etwas Dichtmasse wie etwa „Leaklock“ aufgetragen werden, dies verhindert bei Verschraubungen die kalt werden wie z.B. an TEVs das lockern der Verschraubung durch eindringendes und gefrierendes Wasser. Bei Bördelverschraubungen bei denen kein Kupferrohr gebördelt ist, sondern z.B. Messing oder Stahl bei Filtertrocknern/ Schaugläsern, müssen Kupferdichtringe verwendet werden. Bördelverschraubungen sind in den Größen ¼“, 3/8“, ½“ ¾“ usw. üblich, entsprechend gibt es Muttern für die unterschiedlichen Rohrdurchmesser.

    Bilder: Links einfaches Bördelgerät, rechts hochwertige Bördelglocke mit verschiedenen Einsätzen


    Aufdorngerät

    Es dient dazu, Rohre am Ende aufzuweiten damit diese mit Rohren gleichen Durchmessers verbunden werden können. Anstatt dessen lassen sich allerdings auch Lötmuffen einsetzen sodass ein Aufdorngerät nicht unbedingt nötig ist.
    Zu empfehlen sind nur Geräte bei denen der Aufdornbolzen wie beim Bördelgerät in einer Führung eingedrückt wird, oft beim Bördelgerät mit eingebaut, oder hydraulische Rohrexpander, Dorne zum Einschlagen sind nicht zu empfehlen da sie keine zufriedenstellende Ergebnisse erzielen.


    Kapillarrohrschneider , Schraderventildreher und Sicherungsringzange

    Ein wichtiges Werkzeug beim Umgang mit Kapillarrohren, da diese einen sehr kleinen Innendurchmesser haben der beim Schneiden mit normalen Werkzeugen verengt würde und somit die Leistung des Rohres beeinflusst.
    Der Kapillarrohrschneider ermöglicht bei richtigem anwenden ein nahezu verengungsfreies abtrennen des Rohres und ist gehört zur Grundausstattung, außerdem ist eine solche Zange bereits günstig zu bekommen. Beim Schneiden wird das Kapillarrohr schräg in die Vertiefung in der Schneide gelegt.
    Als Notlösung kann das Kapillarrohr auch vorsichtig mit einem Cutter Messer ringsherum angeritzt werden und so durchtrennt werden.
    Unabdingbar ist außerdem ein Schraderventildreher, mit dem die Ventilkerne ausgewechselt werden können, denn beim einlöten von Schradern ist es erforderlich, den Kern zu entfernen.
    Eine weitere nützliche Zange ist eine Sprengringzange bzw. Sicherungsringzange für die Ringe am Verdampfer.


    Bild: Sicherungsringzange, Kapillarrohrschneider und Schraderventildreher


    weitere Werkzeuge werden ergänzt!



    Zusammenstellung einer Grundausrüstung Kältetechnik:


    "Comfort" Ausstattung

    besteht aus hochwertigen Werkzeugen für angemessenes Geld. Ideal, wer sich wirklich mit dem Thema auseinandersetzen will und in eine Basis investieren möchte, mit der Freude beim basteln aufkommt.
    Am besten ist es, vor einer Anschaffung sich im Forum nochmals ausführlich beraten zu lassen.

    Diese Liste ist nur als Richtung gedacht und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit!


    Monteurhilfe Blondelle 4 Wege Deluxe, 60mm Manometer Classe 1, Ventilkolben
    Preis: ca. 165€
    Bezugsquelle: Kältetechnik Shop


    Füllschläuche CCL 60 Refco
    Preis: ca. 35€
    Bezugsquelle: Kältetechnik Shop

    Vakuumpumpe Recfo RL 2
    Preis: ca. 450€
    Bezugsquelle: Kältetechnik Shop


    Thermometer Voltcraft 4 Kanal K204, K Typ Sensoren
    Preis ca. 110€
    Bezugsquelle: Conrad Electronic


    Stickstoff, technisch zum abdrücken, 20L Eigentumsflasche
    Preis ca. 160€ excl. Lieferung
    Bezugsquelle: Gase Lüdenbach

    Sauerstoff, technisch zum löten, 20L Eigentumsflasche
    Preis ca. 160€ excl. Lieferung
    Bezugsquelle: Gase Lüdenbach


    Propan 11kg zum löten, Kaufflasche
    Preis ca. 60€
    Bezugsquelle: Baumärkte


    Rohrschneider mini 14310 Refco
    Preis ca. 15€
    Bezugsquelle: Kältetechnik Shop


    Rohrbieger Universal, CT386M
    Preis ca. 10€
    Bezugsquelle: Kältetechnik Shop


    Kapillarrohrschneider PTC-01
    Preis ca. 7€
    Bezugsquelle: Kältetechnik Shop


    Sicherungsringzange SRP-08 ITE
    Preis ca. 13€
    Bezugsquelle: Kältetechnik Shop


    Schraderventildreher CTV-1 Wigam

    Preis ca. 5€
    Bezugsquelle: Kältetechnik Shop


    Druckminderer Sauerstoff
    Preis ca. 60€
    Bezugsquelle: Weldorado

    Druckminderer Propangas
    Preis ca. 60€
    Bezugsquelle: Weldorado

    Griffstück Starlet 15mm
    Preis ca. 110€
    Bezugsquelle: Weldorado


    Düsen z.B. Größe 2 und 3
    Preis ca. 70€
    Bezugsquelle: Weldorado


    Doppelschlauch 5m kleiner Querschnitt

    Preis ca. 25€
    Bezugsquelle: Weldorado


    Phosphor Hartlot 1kg Brazetec 94
    Preis ca. 25€
    Bezugsquelle: Kältetechnik Shop


    Silberhartlot Brazetec 4576 (45% Silber) 1 Stab
    Preis ca. 9€
    Bezugsquelle: Kältetechnik Shop


    Gesamtpreis: ca. 1550€



    "Budget" Ausstattung


    Für alle, die weniger finanzielle Mittel zur verfügung haben und dennoch mit brauchbarem Werkzeug arbeiten möchten


    wird ergänzt
    Bezugsquellen: kaeltetechnik-shop.at weldorado.de gase-luedenbach.de conrad.de






    Artikel wird erweitert!


    18.4.10/ by august123
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